Angst im Darts: Feind oder Verbündeter?
Shownotes
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Transkript anzeigen
00:00:00: Boah war das mental stark.
00:00:15: Herzlich willkommen zu Mental Darts Masters, dem Podcast für mentale Stärke im Dartsport.
00:00:25: Angst haben wir nur, wenn es sich lohnt.
00:00:29: Herzlich willkommen zu Folge Doppel sechs, also Folge zwölf mittlerweile schon von unserem Podcast für mentale Stärke, nämlich Mental Darts Master.
00:00:41: Was ich mit diesem Satz am Anfang meine, Wartet mal ein bisschen ab.
00:00:45: Das dröseln wir heute in der Folge ein bisschen auf.
00:00:48: Es ist kein wissenschaftlich fundierter Satz, dass wir nur dann tatsächlich Angst empfinden, sondern ihr werdet im Verlauf der Folge verstehen und rausfinden, warum.
00:01:02: ich sage Angst haben wir nur dann, wenn es sich lohnt.
00:01:07: Wir haben in der vergangenen Folge über Selbstvertrauen gesprochen.
00:01:11: Und die Resonanz war wieder super und viele Kommentare haben mich auch erreicht und viele Nachrichten, dass das so ein bisschen auch Augen geöffnet hat.
00:01:22: Und ich möchte nochmal den Hinweis geben, dass was wir hier im Podcast machen, ist ja nur wirklich ein ganz, ganz grober Überblick über die verschiedenen Themen.
00:01:30: Ich möchte euch so ein bisschen aufmerksam auf mentale Themen im Dartsport machen.
00:01:35: Und natürlich habt ihr immer ein Takeaway dabei.
00:01:37: Aber wenn ihr wirklich an dem Thema arbeiten wollt und jetzt aus dem von der vergangenen woche nämlich thema selbst vertrauen dann und wissen wollt wie ihr das wirklich trainieren könnt dann empfehle ich euch morgen Am donnerstag in mein webinar zu kommen.
00:01:52: abend um zwanzig uhr habe ich ein webinar wo ich euch genau zeige Was dieses stabile selbstvertrauen ist und vor allem wie ihr es trainieren könnt und mit welchen techniken ihr auch während dem spiel dafür sorgen könnt da das Selbstvertrauen euch wiederzuholen oder erst gar nicht einzureißen.
00:02:11: Mentaltraining bedeutet auch oft präventiv schon vorzusorgen oder sich mit etwas zu befassen oder für etwas vorzusorgen, damit ein gewisser Zustand gar nicht erst eintritt.
00:02:23: Das ist immer schwieriger, sich selbst aus dem Schlamm rauszuziehen, als gar nicht erst reinzutreten.
00:02:29: Und das, wie gesagt, am Donnerstag, zwanzig Uhr, also wenn ihr die Folge hört, wenn die Folge rauskommt, morgen, neunzig Minuten nur Input zu selbst vertrauen.
00:02:41: Doch hier nochmal der Hinweis, wenn ihr nicht könnt an dem Termin, ihr könnt euch trotzdem anmelden und dann kriegt ihr im Nachgang die Aufzeichnung und könnt das selbstständig für euch durcharbeiten.
00:02:50: Ja, also dann verpasst ihr trotzdem keinen, keine Minute und keinen Inhalt.
00:02:56: jetzt soll es aber um die neue folge gehen.
00:02:58: der heutigen folge geht es um das thema angst und wie ich darauf gekommen bin durch etwas völlig außerhalb vom darz nämlich etwas hat mich meine aufmerksamkeit total gecatcht und ich weiß nicht ob ihr das mitbekommen habt.
00:03:14: netflix hat das groß groß gemacht.
00:03:17: das thema der kletterer alex honnold ist.
00:03:20: am sonntag war es auf den Taipei One-O-One.
00:03:26: Ich weiß nicht, ob euch das versagt.
00:03:27: Einen der höchsten Wolkenkratzer der Welt mit fünfhundert acht Metern geklettert.
00:03:32: Wohlgemerkt außen, außen die Fassade hoch geklettert.
00:03:35: Ohne Seil, ohne Netz, ohne jegliche Sicherung.
00:03:39: Und jetzt möchte ich erstmal ganz klar klarstellen, dass das totaler Blödsinn ist, diese Aktion.
00:03:45: Und noch viel schlimmer ist es, dass sowas eigentlich auf Netflix dann ausgestrahlt wird.
00:03:50: Und dadurch ja eine Aufmerksamkeit... bekommt und fast als normal dargestellt wird, dass jemand ohne Sicherung irgendwo hoch klettert.
00:04:01: Und da möchte ich einfach ganz klar sagen, davon distanziere ich mich.
00:04:04: Also das finde ich nicht toll, was der da macht oder sonst irgendwas.
00:04:08: Aber ich habe eine Sache gerade auch durch die Mental Coaching Ausbildung gelernt.
00:04:14: Nur weil ich jemanden nicht mag oder eine gewisse Aktion oder irgendwas nicht mag.
00:04:20: heißt das nicht, dass das auch irgendwo was haben kann, aus dem ich was lernen kann.
00:04:26: Und das ist auch ganz oft das, was Raum für Verbesserung gibt.
00:04:30: Und das geht oft mit Personen einher.
00:04:33: jetzt.
00:04:33: Zum Beispiel, ich war nie ein großer Fan im Tennis von Nowak Djokovic.
00:04:38: Aber anzuerkennen, was er da für eine Leistung bringt und sich dadurch davon vielleicht was abzuschauen.
00:04:45: Das ist ganz ganz wichtig.
00:04:47: nur weil ich den typen nicht mag heißt das nicht dass ich von ihm nicht von der Einstellung oder sonst irgendwas vielleicht was lernen kann.
00:04:53: wenn ich aber mich dem verschließen einfach nur weil ich den typen nicht mag dann Bleibt vielleicht am ende irgendwo eine info oder irgendwas liegen.
00:05:02: was mich vielleicht persönlich auch weiter gebracht hätte und was mich an dieser sache so erstaunt hat ist dass jemand das überhaupt vom kopf her schafft gar nicht physisch, sondern vom Kopf her, welche mentale Leistung da dahinter steht, dass du sagst, ich kletter jetzt fünfhundert acht Meter in die Höhe ohne jegliche Sicherung und ich bin mir im Klaren, dass ein Fehler mein Tod zufolge hat.
00:05:31: Wenn ich ein Fehler mache, ist aus.
00:05:34: Da ist nicht irgendwie, ich bin gescheitert, ich habe eine Niederlage, nein, ich bin tot.
00:05:39: Und mit dieser Angst Dieses Projekt erstens überhaupt anzugehen so sagen wir mache ich trotzdem und dann aber auch wie man Wie er das schafft diese situation so zu meistern und ich habe mir ausschnitte angesehen Weil mich diese mentale leistung wie gesagt davon interessiert hat und der hat teilweise gelächelt gestrahlt.
00:06:07: Es sah so aus, als hätte er keine Angst.
00:06:09: Ich habe mich aber auch so ein bisschen dann eingelesen, weil ihr kennt das vielleicht manchmal, wenn ein irgendwas fasziniert und man manchmal auch gar nicht versteht, warum, ist man trotzdem fällt man wie in so einen Rabbit Hole und guckt weiter und interessiert sich und schlägt nach und was auch immer.
00:06:24: Und ich habe reingelesen und der beschreibt das Ganze schon auch, als die Angst ist immer da.
00:06:32: Natürlich ist die Angst ein stetiger Begleiter.
00:06:36: Ohne Angst geht das vielleicht auch gar nicht.
00:06:39: Und das fand ich so faszinierend, dass das ohne die Angst wahrscheinlich gar nicht geht.
00:06:46: Weil wir, wir Sportler und auch Privatmenschen, wir empfinden ganz häufig das Thema Angst oder dieses Gefühl Angst als etwas, was uns, was uns lähmt, was negativ ist, was wir nicht haben wollen.
00:06:59: Und was mich dann manchmal in der Berichterstattung stört, aber vielleicht weiß man es auch einfach nicht besser, ist, dass es immer heißt, der hat keine Angst.
00:07:07: Der hat keine Angst vor irgendwas oder der darf jetzt keine Angst haben.
00:07:13: Und das ist aber genau in die falsche Richtung gedacht.
00:07:16: Die Angst sehen diese Ausnahme, Athleten, Ausnahmesportler, aber häufig anders als wir Amateur-Sportler, und gerade als wir Datspieler, als... Störend.
00:07:30: Wir empfinden die als etwas, was wir bekämpfen müssen.
00:07:34: Diese Ausnahmesportler nehmen sie als Verbündeten an.
00:07:37: Ja, die Ausnahmesportler sehen die Angst als Verbündeten.
00:07:41: Das heißt, sie kämpfen nicht dagegen an.
00:07:44: Warum?
00:07:45: Das schauen wir uns jetzt erstmal in einer Definition an.
00:07:48: Ich habe mal eine Definition für euch rausgesucht, was Angst überhaupt bedeutet.
00:07:54: Und da steht Angst ist ein grundlegendes gesundes Gefühl der Besorgnis und Nervosität, das als Warn- und Schutzfunktion vor Gefahr dient.
00:08:06: So, weiter.
00:08:07: Sie löst körperliche Reaktionen wie Herzrasen, Schwitzen, Atemnot aus und versetzt den Menschen in Alarmbereitschaft.
00:08:16: So hat das bedeutet.
00:08:17: Angst ist also ein grundlegendes und vor allem gesundes Gefühl.
00:08:21: Ich habe auch schon häufig davon erzählt und auch in meinen Coachings geht es immer darum, dass Angst nicht wegtrainierbar ist.
00:08:31: Ich werde niemandem irgendwie immer die Angst weg trainieren.
00:08:34: Das ist in einem Teil in unserem Gehirn fest verankert, was wir unglaublich brauchen, was uns über die Jahre der Evolution auch immer erhalten geblieben ist.
00:08:46: Und das, was wir heutzutage spüren mit dem Herzrasen, dem Schwitzen, der Atemnot und so weiter, das waren früher eben die überlebenswichtige Körperreaktionen.
00:08:57: Das heißt, Funktionen der Angst sind, dieses als wichtiges Alarmsystem zur Sicherung des Überlebens zu dienen.
00:09:08: Das heißt, in diesen Kampf- oder Fluchtmodus zu kommen, das bedeutet ja aber, dass diese Angst dafür sorgt, dass der Körper leistungsfähiger wird.
00:09:19: Das heißt, körperliche Symptome können erst mal sein, aber erhöhte Herzschlag, schwitzen, Eine flache Atmung und was für uns Datenspieler sehr interessant ist, eine Muskelverspannung.
00:09:33: Und das ist natürlich das, wo wir die Angst dann als negativ empfinden.
00:09:37: Warum wir als Datenspieler häufig sagen, ja Angst empfinde ich als bei weitem nicht gesundes Gefühl, weil ich schwitze so extrem, dass ich den Dat nicht festhalten kann.
00:09:50: Ich verspanne in meiner Muskulatur und psychische Komponenten steht hier in der Definition, sind Unruhe, Unsicherheit, enge Gefühl, vielleicht kennt das der ein oder andere, dass man so einen Druck auf der Brust dann bekommt.
00:10:03: Und das sind natürlich alles die negativen Faktoren.
00:10:07: Aber wenn wir jetzt mal nochmal diesen Schritt zurückmachen, sagen okay Angst ist ursprünglich dafür da gewesen uns zu alarmieren, uns vor etwas zu warnen.
00:10:17: dann ist das also eine gesunde Reaktion auf etwas, das ich nicht vorhersehen konnte, auf das ich vielleicht nicht vorbereitet bin.
00:10:27: Und pathologisch, also krankhaft, wird diese Angst erst, wenn sie nicht mehr weggeht oder wenn sie natürlich als zu stark empfunden wird.
00:10:38: Und dann kommen wir eben auch zu den Angststörungen.
00:10:40: und da ein paar Folgen zurück spulen, hätte ich was gesagt, schauen.
00:10:45: Thema Datitis.
00:10:46: Wenn die Angst zu groß wird und immer anwesend ist, dann führt sie eben zu so einer Versagensangst.
00:10:54: Dann können sich Phobien aufbauen und dann baut der Körper Reaktionen auf, die dich in deinem Leben einschränken.
00:11:04: Und das ist nichts anderes als Datitis.
00:11:06: Datitis macht genau das.
00:11:08: Das schränkt dich in einer Situation ein, die du eigentlich ja freiwillig machen willst.
00:11:13: eine Situation, vor der du gar keine Angst haben möchtest.
00:11:16: Und auf einmal hast du aber diese körperliche Reaktion so extrem, weil du die Angst als so extrem empfindest, dass du deinen Dat nicht mehr loslassen kannst, dass die Muskelspannung so groß wird, dass du nicht mehr klar kommst und den Arm nicht mehr locker lassen kannst.
00:11:32: Also, wir wollen aber jetzt mal rüberspulen, weil wir wollen ja was aus dieser Angst lernen.
00:11:39: Ich habe gesagt, Profisportler sehen die Angst als Verbündeten an, weil sie die positiven Aspekte sehen.
00:11:47: Nicht die Negativen, die ich gerade gesagt habe, sondern die körperlichen Symptome, wenn sie erst mal nicht zu stark werden.
00:11:53: Ein erhöhter Pulsschlag, ein leichtes Schwitzen.
00:11:57: Das sind Dinge, die sind gut.
00:12:00: Und was noch passiert aus mentaler Sicht?
00:12:05: Deine Sinne werden geschärft.
00:12:07: Und deswegen kann ein Alex Honnold ohne nicht ohne Angst, sondern aber ohne Sicherung in die Höhe klettern, weil er sich nicht auf das konzentriert, was schiefgegen könnte, sondern er nutzt diese Angst, die da ist, als jetzt ist mein Körper bereit, jetzt ist mein Körper erst recht in der Situation, dass er leistungsfähiger ist und mein Kopf ist da... dass die Sinne geschärft sind, dass ich vielleicht dreimal den Griff kontrolliere, bevor ich wirklich weitermache und dass ich mir diese positiven Effekte, die Angst mitbringt, bevor sie überhand nimmt, für mich nutze.
00:12:53: Und warum sollten wir das nicht vielleicht auch im Darts nutzen, wenn das ein Kletterer nutzen kann, der eine weitaus größere Angst empfinden müsste?
00:13:04: sag ich mal, oder vor deutlich mehr Faktoren Angst haben muss, warum sollten wir im Dartsport, wo uns ja eigentlich gar nix passieren kann, das nicht auch vielleicht für uns nutzen?
00:13:17: Und da müssen wir uns vielleicht einfach mal überlegen, okay, was ist das für eine Angst, die wir im Darts haben können?
00:13:22: Das kann einmal eine Versagensangst sein, dass wir... Erwartungen haben und hinter diesen Erwartungen zurückbleiben könnten, Fehler machen und deswegen das, was wir uns überlegen, nicht erfüllen können.
00:13:37: Es kann aber auch eine soziale Angst sein, also eine Angst vor einer Blamage, vor den Teamkollegen oder ähnliches.
00:13:46: Oder eine sogenannte physische Ursache kann Angst auch haben, nämlich wenn ich nicht richtig vorbereitet bin oder sogar überfordert bin.
00:13:56: Häufig ist es so, ich habe vielleicht nicht genug trainiert.
00:14:02: Ich habe mich vielleicht gar nicht so hundertprozentig gut vorbereitet.
00:14:07: Und dann entsteht natürlich auch eine Angst vom Wettkampf.
00:14:12: Und jetzt komme ich wieder zu dem Punkt zurück, wenn ich jetzt also versuche, die Angst als Verbündeten zu sehen.
00:14:19: Wenn ich jetzt endlich versuche, nicht mehr gegen die Angst zu arbeiten, sondern die Angst... dafür zu nutzen, dass ich besser werde, dass ich besser spiele, dann entsteht eigentlich Folgendes, dann entsteht in meinem Kopf kein Kampf mehr.
00:14:36: Im Kopf ist es so, jetzt empfinden wir eine unbeschreibliche Angst oder auch vielleicht eine unbegründete Angst, aber sie ist da im Darts.
00:14:46: Jetzt ist die Angst im Darts natürlich nicht so hoch wie bei dem Kletterer Alex Honol, der, wenn er ein Fehler macht, stirbt.
00:14:54: Das ist allen klar.
00:14:55: Wir verpassen den Dat, vielleicht verlieren wir, vielleicht verlieren wir auch ein wichtiges Meisterschaftsspiel, Finale, was auch immer.
00:15:02: Natürlich können wir dafür Angst haben, aber grundsätzlich uns passiert hier nichts.
00:15:07: Das heißt, wenn ich jetzt aber auf diese Angst drauf gehe und sage, ich muss das schaffen, wenn ich das nicht schaffe, dann passiert mir das und das.
00:15:18: Und das sind ja Sachen, die stimmen ja gar nicht.
00:15:20: Also mein eigentlich bleibt ja, wenn wir ehrlich zu uns sind, mein Selbstwert sollte eigentlich gleich bleiben, ob ich jetzt eine finale gewinne oder verliere, ob ich in der Gruppe ausscheide oder in die KO-Phase komme.
00:15:31: Deswegen bleibe ich immer noch die Person, die ich bin.
00:15:35: Aber wie wir gerade gesagt haben, Versagensangst, die zu hohe Erwartung sorgt dann dafür, dass ich diese Situationen, in der ich bin, falsch bewährte, falsch interpretiere.
00:15:46: Und auf einmal gehe ich gedanklich auf diese Angst drauf.
00:15:50: Nein, jetzt empfinde ich wieder die Angst, die Angst, die lähnt mich doch, die brauche ich jetzt nicht.
00:15:54: Und wenn ich in dieses Karussell einsteige, dann um bei dem Bild zu bleiben, dreht sich das immer schneller.
00:16:00: Das heißt, die Angst und in meinem Kopf immer größer, immer größer und größer.
00:16:05: Das heißt, wenn ich jemanden versuche zu bekämpfen, dann stecke ich in diesen Kampf natürlich Energie rein.
00:16:14: Das heißt, ich stecke in etwas Energie rein, was ich gerne vermeiden möchte.
00:16:20: Und ich bin auf einmal nicht mehr in dem Prozess, was ich eigentlich jetzt in der Situation brauche.
00:16:24: Um da zu werfen, einen lockeren Arm.
00:16:26: Wo will ich überhaupt hinwerfen?
00:16:28: Wie sind meine Routinen?
00:16:29: Also die Dinge, die ich eigentlich beeinflussen kann, die eigentlich wichtig sind.
00:16:35: Und am Ende bestätigt sich meine Angst.
00:16:38: Und dadurch baut sich natürlich diese Angst auch auf.
00:16:42: Das heißt, die erste Angst entsteht natürlich immer aus den eigenen Erfahrungen auch.
00:16:47: Wenn ich eine Situation häufig schon gemeistert habe, dann bin ich natürlich auch weniger ängstlich vor einem Turnier, vor einem Wettkampf-Situation.
00:16:55: Wenn ich da natürlich ein paar Mal schon dran gescheitert bin, dann kommt automatisch erstmal diese Angst.
00:17:01: Und das kann ich auch gar nicht erstmal ausschalten.
00:17:04: Das heißt, es kommen auch automatisch diese körperlichen Reaktionen.
00:17:08: Denn jetzt könnt ihr sagen... Schön, dass du das alles aufgezählt hast mit diesen körperlichen Reaktionen, schwitzen, Herzrasen und so weiter, bei einem Alex Honnold, der fünfhundert Meter in die Höhe klettert ohne Sicherung.
00:17:20: Aber im Darts habe ich ja, muss ich doch diese Angst gar nicht haben.
00:17:24: Ja, aber da das Gehirn unterscheidet nicht, ob ich jetzt die Angst habe oder nicht.
00:17:30: Das ist einfach ein, müsst ihr euch vorstellen, wie ein Hormon-Cocktail, der ausgeschüttet wird.
00:17:35: Ich habe Angst.
00:17:36: Vor was auch immer.
00:17:37: Ob das jetzt was Großes, was Kleines ist.
00:17:40: Und wenn ich dann irgendwie noch negative Erfahrungen vielleicht sogar damit gemacht habe, dann ist diese Angst im Kopf.
00:17:48: Der Hormonokoktail wird ausgeschüttet und auf einmal empfinde ich all diese körperlichen Reaktionen.
00:17:55: Beim einen ist es schneller Herzschlag, beim anderen ist es schwitzen, beim nächsten ist es dieses enge Gefühl auf der Brust.
00:18:02: Und es sind alles Faktoren, die ich eigentlich im Darts natürlich nicht unbedingt brauche.
00:18:06: Außer vielleicht so ein kleines bisschen erhöhten Puls.
00:18:10: vielleicht auch ein kleines bisschen schwitzen, weil das heißt ja eigentlich nur, dass die Körpertemperatur ansteigt.
00:18:17: Ich heißt, ich werde besser durchblutet und da muss ich halt etwas dafür sorgen, dass dieser Schweiß kurz von den Händen und von den Fingern weggeht.
00:18:26: Aber eine bessere Durchblutung ist grundsätzlich ja auch für uns Startspieler nicht so schlecht, weil ich glaube, keiner von euch spielt gerne mit kalten Händen.
00:18:35: Oder?
00:18:36: Da sind wir uns alle ein.
00:18:37: Ich kalte Hände sind eine Katastrophe.
00:18:40: Es kann aber sein, wenn die Angst zu groß wird, dann werden nur die überlebenswichtigen Organe mit Blut versorgt und auf einmal kriege ich kalte Hände.
00:18:49: Wartet kurz, gibt später ein Take-away dafür.
00:18:53: So, bedeutet also, wenn wir die Angst als Feind sehen und sie bekämpfen, wird sie größer im Kopf.
00:19:03: Dass sie da ist, das können wir nicht vermeiden.
00:19:05: Wenn wir jetzt aber sagen, okay, Ich bin jetzt in der Situation, ich empfinde jetzt gerade Angst.
00:19:10: Und jetzt möchte ich sie als Verbündeten sehen.
00:19:13: Denn ist der erste Hinweis für euch, ihr nehmt dieses Gefühl wahr, wir nehmen das meist, wir beschreiben das meist als Nervosität.
00:19:21: Nervosität ist auch ein Teil von Angst, habe ich vorhin schon in der Definition auch vorgelesen.
00:19:28: Stellt euch mal eine Frage.
00:19:30: Und zwar, was will mir diese Situation sagen?
00:19:34: Wenn ihr Nervosität, wenn ihr Angst im Darts empfindet, in welcher Situation auch immer ihr seid, nehmt euch kurz Zeit und überlegt euch, was will mir diese Situation sagen.
00:19:45: Und dann stellt euch vielleicht auch die Frage, wieso bin ich hier?
00:19:49: Die erste Frage zählt darauf ab, dass ihr in der Situation was lernen könnt.
00:19:54: Nämlich vielleicht habt ihr die Situation schon mal gehabt und jetzt sagt der Körper, hey, da sind wir schon mal dran gescheitert, weil wir Weg A gemacht haben.
00:20:02: Und dann kannst du jetzt dich in der Situation entscheiden, Weg B zu gehen, weil du weißt, Weg A führt zur Niederlage.
00:20:08: Zack, super, habe ich die Angst positiv für mich genutzt.
00:20:12: Die zweite Frage, wieso bin ich hier, zählt darauf ab, dass du dich selbst... ganz bewusst in diese Situation gebracht hast.
00:20:21: Du willst doch genau hier sein.
00:20:23: Und wenn wir mal ehrlich sind, sind doch die Knappensäge, die im Desider sind, wo wir vielleicht auch mal Matchstars überlebt haben und dann den dritten Tag reingemacht haben.
00:20:32: Die sind doch meistens noch viel, viel geiler als die, wo wir gar nicht gefordert waren.
00:20:40: Und so kriege ich die Angst.
00:20:42: als Verbündeten.
00:20:43: Ich empfinde immer noch vielleicht einen höheren Puls, ein leichtes Schwitzen, vielleicht wären da die Hände auch einmal auch schon wieder wärmer, weil ich die Aufmerksamkeit auf was anderes richtet, nämlich auf was Positives, dass diese Angst, die ich gerade empfinde, mehr etwas zeigt, entweder ein Verbesserungspotenzial oder, dass mir diese Situation wichtig ist.
00:21:06: Wenn ich mir klar mache, warum ich hier bin, dann mache ich mir klar, dass ich genau hier sein will.
00:21:11: Ich habe mich selber dafür entschieden.
00:21:14: Und das bedeutet, ich will doch genau hier sein und muss hier... Ich habe mich selbst in die Situation gebracht.
00:21:23: Das wollte ich eigentlich sagen.
00:21:24: Ich habe mich in die Situation gebracht und deswegen muss ich diese Angst ja gar nicht so stark empfinden.
00:21:33: Und wenn ihr das schafft... Dann glaube ich, wird sich euer Spiel in diesen Situationen schlagartig verbessern.
00:21:43: Das bedeutet, wenn wir das mal so ein bisschen zusammenfassen, ihr müsst in den Situationen, wo ihr Angst empfindet, eure Bewertung ändern.
00:21:54: Es geht nicht darum, dahin zu trainieren, nie wieder Angst zu empfinden, sondern zu wissen, wie gehe ich mit ihr um, wenn sie das.
00:22:06: Was will mir diese Situation sagen?
00:22:09: Wieso bin ich hier?
00:22:11: Das gebe ich euch hier in dem Hauptthema schon mit diese zwei Fragen.
00:22:15: Und dann könnt ihr es schaffen, vielleicht scheidet ihr noch mal in dieser Situation.
00:22:19: Aber ihr ändert den Umgang mit der Situation, ihr verändert die Bewertung.
00:22:24: Wenn ihr in eurem Gehirn die Bewertung der Angst ein positives Element zieht, dann wird euer Umgang auch positiver mit diesen Situationen sein.
00:22:36: Und ich glaube, ich habe es in einem Podcast vorher schon mal gesagt, im größten Tennisstadion der Welt, bei News Open, da laufen die Spieler durch die Katakomben und bevor sie auf den Platz gehen, steht der Satz, Pressure is a privilege, Druck ist ein Privileg.
00:22:53: Warum?
00:22:55: Weil wenn ich schlecht wäre, wäre ich ja gar nicht in der Situation.
00:22:59: Wenn ich gar nicht gut spielen würde, dann wäre ich ja nicht in der Situation.
00:23:02: Das heißt, ich darf mich so fühlen.
00:23:05: Und... Ich darf jetzt auch das, was ich empfinde, für mich nutzen.
00:23:11: Den Puls senke ich ein bisschen runter durch Durchatmung, durch Atemtechnik, durch Zeitlassen, durch ein positives Selbstgespräch und so weiter.
00:23:21: Und dadurch beende ich die Bewertung und am Ende verändert sich auch die Situation.
00:23:27: Beobachtet euch da einfach und versucht andere Strategien, bis ihr eure Angst als Verbündeten seht.
00:23:35: Und euch einfach Klar macht.
00:23:38: und vielleicht lernt ihr euch da auch noch mal noch mal besser kennen wenn ihr merkt.
00:23:44: In der Situation fühle ich mich einfach so.
00:23:46: Ist ja spannend.
00:23:47: Versucht das mal aus dieser Perspektive zu sehen.
00:23:50: Nicht als Scheiße jetzt fühle ich mich schon wieder so, sondern.
00:23:54: Krass, dass diese Situation, dass die Situation vom Match start das mit mir macht.
00:24:00: Warum eigentlich?
00:24:02: Warum bin ich denn jetzt so nervös?
00:24:04: Warum krieg ich jetzt auch einen hohen Puls?
00:24:07: Wenn ich.
00:24:08: Topz Rest habe zum Match.
00:24:10: Ich habe doch drei Darts in der Hand.
00:24:12: Einer von drei muss ja nur rein.
00:24:15: Ich habe ja eigentlich eine viel bessere Situation als die von meinem Gegner.
00:24:19: Ich verspreche euch, eure Pulse zu drunter gehen.
00:24:22: Ihr werdet vielleicht sogar ein bisschen grinsen oder, je nachdem was ihr für ein Typ seid, auf einmal so einen inneren Schweinehund überwinden und selber sagen, Gott, und jetzt hau ich einen von den drei rein.
00:24:36: Und das bringt mich... auch schon in Richtung Ende unserer Folge.
00:24:41: Nämlich ich möchte euch natürlich noch einen praktischen Tipp mitgeben, denn gerade zum Thema Druck und Angst triege ich immer wieder auch Kommentare und die Frage, ich habe immer wieder so kalte Hände.
00:24:52: Das habe ich vorhin schon beschrieben, das liegt daran, wenn die Angst so groß ist, dass erst mal die überlebenswichtigen Organe versorgt werden mit Blut und die Extremitäten und gerade die äußersten Stellen unseres Körpers, die werden weniger durchblutet.
00:25:07: Und da gehören nun mal Hände und Finger mit dazu.
00:25:09: Das ist für uns Startspieler aber natürlich super schlecht.
00:25:13: Das ist für uns super doof, wenn die Finger kalt sind, weil dann fühlen wir den Grip nicht mehr und es fühlt sich alles so ein bisschen blöd an.
00:25:20: Deswegen.
00:25:21: Habt ihr euch schon mal überlegt, was macht denn eigentlich ein anderer Sportler, ein Fußballer zum Beispiel vor einem Elfmeter oder vor einem Freischuss oder auch vor einem wichtigen Spiel vor der zweiten Halbzeit?
00:25:41: Meistens sind die in Bewegung, meistens bewegen die sich nochmal, manche zumindest von denen.
00:25:49: Und das heißt, die nutzen ihre körperliche Komponente.
00:25:52: Die können auch.
00:25:53: manchmal spüren wir denen die Nervosität auch vielleicht gar nicht an, weil die während dem Spiel auf und abrennen.
00:25:58: Die Option fällt für uns Datenspieler leider weg.
00:26:01: Aber diese körperliche Maßnahme, den innerlichen Stress, die innerliche Angst abzubauen über eine körperliche Reaktion, das haben wir auch im Darts.
00:26:11: Das heißt, du kannst zum Beispiel jederzeit deine Arme, deine Beine ausschütteln.
00:26:16: Du kannst deinen Körper ein bisschen drehen und rotieren.
00:26:20: Du kannst deine Schultern ein bisschen lockern.
00:26:23: Du kannst deinen Kopf, deinen Hals zur Seite legen und dehnen.
00:26:28: Und vor allem, und jetzt kommen wir auf die kalten Hände, du kannst so ein bisschen in die Hände klatschen.
00:26:34: Beweg deine Finger, ball ne Faust, streich die Hände aus, klatsch so ein bisschen in die Hände.
00:26:40: Mobilisier die Finger.
00:26:42: Das, was bewegt wird am Körper, wird mit Blut versorgt.
00:26:48: Und wenn wir so ein bisschen das Klopfen und ihr kennt vielleicht die Sprinter, die bei Leichtathletik, hundert Meter Sprint, zweieinhalb Meter Sprint, die stehen manchmal da und klopfen mit der flachen Hand auf ihre Muskulatur, vor allem auf die Beinmuskulatur.
00:27:02: Die klopfen die Muskulatur warm.
00:27:04: Klopf deine Finger ein bisschen warm.
00:27:07: Du kannst jetzt nicht groß rumklatschen, wenn du mitten im Spiel bist und dein Gegner ist gleich dran.
00:27:11: Aber wenn der nach vorne geht, dann kannst du ruhig schon mal ganz leicht in deine Hände klatschen.
00:27:17: Die müssen sich ja nur so ein bisschen so ein bisschen berühren.
00:27:21: Und ich weiß nicht, ob ihr das kennt, kommt mir jetzt gerade ganz spontan.
00:27:25: Ich habe einen älteren Bruder.
00:27:27: Und der hat früher als sie noch kleiner waren und der war natürlich stärker im Endeffekt und der hat mir mit mir manchmal so ein Spiel gemacht.
00:27:35: Ich war natürlich angefixt, das kleine Bruder wollte mitmachen, aber ich habe immer aufgegeben.
00:27:40: Und zwar, wer es als Video sieht, zeige ich das mal.
00:27:44: Wir haben immer so Zeigefinger und Mittelfinger nach vorne gespreizt.
00:27:48: das nur die die Finger abstehen und der eine hat jetzt die Fingerkuppen nach oben gehalten und der andere hat von oben mit den beiden Fingern da drauf gehauen und hat versucht natürlich möglichst nur so die Fingerkuppen zu berühren.
00:28:02: und dann hat das immer so geklatscht und das hat unglaublich weh getan und meistens für den der den schlag bekommen hat mehr als für den der den schlag gegeben hat.
00:28:12: dann hat man das immer abgewechselt.
00:28:14: danach hat dann wenn mein bruder auf meine finger geschlagen hat hat er die finger hingehalten und ich habe von oben drauf gehauen.
00:28:20: mein bruder hat aber viel mehr power gehabt natürlich und so hat mir das immer viel viel früher weh getan als ihm zumindest so dass unerträglich war.
00:28:28: und was war?
00:28:29: meine finger waren knallrot danach und das zeigt da wird durchblutet Das in Extremform, aber da einfach Bewegung reinbringen.
00:28:39: Und dann wird, wenn die Hände besser durchblutet und nicht mehr so kalt, das für den Hinweis, aber eben auch, wenn ihr Nervosität, Angst spürt, geht raus aus dem Kopf.
00:28:50: Ihr wollt die Angst ja nicht zu groß machen.
00:28:54: Das habe ich auch gesagt, wenn ich zu sehr auf die Angst draufgebe, wird die groß.
00:28:57: Also raus aus dem Kopf, rein in den Körper, schüttel den Arm aus, dehne dich ein bisschen, dehne ein bisschen den Hals, bewegt deinen Kopf, rotiert ihn, dass der Nacken entlastet wird, dass du da keine Verspannung hast, weil wir haben in der Definition gehört, Muskelverspannungen sind ein.
00:29:17: Hinweis darauf auf Angst.
00:29:19: und genau das kannst du dadurch ausschalten.
00:29:21: Also beweg auch im Darts gerade in diesen Pausenphasen oder vor deinem Spiel deinen Körper und bring dich so ein bisschen in den in den Wettkampfmodus und vor allem wenn du dann raus bist aus dem Kopf und mehr an deinen Körper rein spürst, steigt dein Körpergefühl und das wird automatisch auch gleich eine mentale Vorbereitung für dich, weil dein Gehirn merkt A. Jetzt müssen wir gleich in den Wettkampf, jetzt müssen wir gleich Leistungen bringen.
00:29:49: Und das ist das, was ich euch mitgeben möchte für die Zukunft gerade im Umgang mit Nervosität und Angst.
00:29:59: Und jetzt kommen wir nochmal zurück zu meinem Eingangssatz.
00:30:02: Wir haben jetzt so viel über Angst geredet und wir haben über den Kletterer geredet.
00:30:07: Und ich habe diese Ausschnitte gesehen und von dieser Geschichte gehört.
00:30:12: Und bei allem, was ich davon ablehne, ist bei mir eben diese eine Sache übrig geblieben.
00:30:17: wo ich mir denke, wenn jemand ohne Sicherung auf einen Wolkenkratzer klettern kann, wo jeder Fehler sofort mit dem Leben bestraft wird und in dieser Situation die Angst als seinen Verbündeten sehen kann, dann müssen wir als Dartspieler auch keine Angst davor haben, wenn wir mal in den Desider müssen oder mal ein Dat auf Doppel haben oder Ähnliches.
00:30:46: Deswegen merkt ihr in der Situation den Satz Angst haben wir nur dann, wenn es sich wirklich lohnt.
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