Michael van Gerwen - Zwischen Arroganz und mentaler Stärke

Shownotes

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00:00:02: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Mental Darts Master, dem Podcast für mentale Stärke.

00:00:11: Wir sind wieder ein Stückchen weiter in... dem jahr und dadurch auch in der dartswm.

00:00:17: und schon wieder ist eine woche vorbei.

00:00:18: heute ist dienstag der dreißigste december an dem ich aufnehme und es gibt wieder einiges zu besprechen.

00:00:26: ich habe mich aber auf ein paar kern themen beschränkt und wieder gar nicht so sehr in die einzelne analyse vieler spiele ein.

00:00:35: deswegen seht es mir nach weil das würde echt den rahmen sprengen.

00:00:38: aber ich habe ein paar momente wieder rausgepickt die Wo ich mir gedacht habe, da müssen wir vor allem aus mentaler Sicht drüber sprechen, weil da könnt ihr für euch ganz ganz viel mitnehmen.

00:00:51: Zu Beginn der Folge möchte ich einmal Bezug nehmen auf die letzte Folge und da etwas klarstellen.

00:00:56: Da war ja das Hauptthema dieses Spiel, dieses Aufreger um Menzo Zuljowicz, der sehr langsam gespielt hat, sich sehr viel Zeit zwischen den Aufnahmen genommen hat fürs Jubeln.

00:01:06: Und dann eben dem Vorwurf Ausraster, wie auch immer man es nennt, will von Joe Kallen, der sich beschwert hat und gesagt hat, das war Betrug und so weiter.

00:01:15: Ich hab das ja auch als Ausschnitt auf Social Media, auf Instagram geteilt.

00:01:19: und erst mal... Wahnsinn wieder, was da von der Resonanz kommt und toll, wie ihr alle mitdiskutiert.

00:01:25: Aber ich möchte, wie gesagt, etwas klarstellen.

00:01:27: Und zwar möchte ich klarstellen, dass ich auf der Seite von Menzo Sujowicz in dieser Situation bin.

00:01:32: Ich glaube, das war vielen nicht so ganz klar, weil mir vorgeworfen würde, was ich da als Mentalcoach sage.

00:01:39: Ich müsste doch die Spieler dazu coachen, dass sie... Langsamer spielen und nicht das Spiel, die gleich die Regel ändern, nur weil jemand mal langsamer spielt und so weiter.

00:01:50: Ey, ich bin in der Situation für Manso Solowitsch.

00:01:53: Versteht mich da bitte nicht falsch, denn er macht ja nichts falsch.

00:01:56: Er bleibt innerhalb des Regelwerks und natürlich muss Joe Callen die Verantwortung für seine Niederlage übernehmen.

00:02:03: Denn Luke Littler hat ja gezeigt, wie man so jemanden wegspielt, wenn man einfach das... eigene Spiel unter Kontrolle hat.

00:02:11: Und natürlich muss Joe Cullen lernen, damit umzugehen und präsentiert sich hier als schlechter Verlierer.

00:02:19: Aber, das ist die Sportart, die auf dem Vormarsch ist.

00:02:26: In Deutschland ist es die größte wachsende Sportart.

00:02:31: habe ich jetzt Zahlen gesehen?

00:02:32: und keine andere Sportart ist im letzten Jahr so gewachsen wie Darts.

00:02:36: Wir sehen es am Preisgeld.

00:02:38: Es wird einfach verdoppelt.

00:02:39: Es geht um eine Million Pfund für den Sieger.

00:02:43: Und dann habe ich mich einfach nur gewundert und eben das ist das, was ich infrage stelle, warum dann so eine Sportart so ein elementar wichtiges Mittel wie die Zeit nicht oder unzureichend ... reguliert hat und geregelt hat.

00:03:00: Das ist einfach das, was mich wundert und was ich persönlich nicht verstehe.

00:03:04: Dass, wenn es nicht geregelt ist oder auf drei Minuten für eine Aufnahme ... ... ausgedehnt ist, dass das dann sich ein Spieler wie Menzo Sulyowicz ... ... auch berechtigt zu Nutzen macht, gar keine Frage.

00:03:16: Ich persönlich ... ... find's nur super unattraktiv anzugucken.

00:03:21: Und die PDC, das habe ich zum Beispiel auch bekommen, PDC ist ja keine Organisation, sie ist eine Firma und deswegen macht sie die eigenen Regeln.

00:03:27: Ja, aber eben weil es eine Firma ist und ja Geld verdienen will, will es ja glaube ich auch, dass der Sport attraktiv ist.

00:03:37: Und der Vergleich zu Ricky Evans und so weiter und ich würde nur schnelle Spieler dadurch bevorzugen.

00:03:44: Nein, ich will nur, dass es einen... Sinnvollen Rahmen hat, selbst Menzo Zuljowicz, der hier jetzt sehr langsam gespielt hat und dadurch einen anderen Spieler, ein anderer Spieler hat sich provoziert gefühlt, sagen wir mal so, er hat ihn ja nicht bewusst provoziert.

00:04:00: Aber selbst Menzo Zuljowicz bleibt ja bei weitem innerhalb der Regel, von daher kann man ja auch sagen, warum kriegt er überhaupt eine Ermahnung von Kirk Bevins?

00:04:09: Weil laut Regel macht er ja nichts falsch, also wofür soll der Caller ihn dann ermahnen?

00:04:14: Deswegen, das ist das, wo ich sage, da ist das mittlerweile zu professionell, als dass es dafür keine Regel gibt.

00:04:23: Da muss es in meinen Augen einfach eine klare Regel geben und eine Regel, die auch ein bisschen ein Spielermahl an die Grenze bringt.

00:04:35: Und ich glaube, mir geht es ja gar nicht um Ricky Evans' Worfstil oder sonst irgendwas, das finde ich auch total abgefahren.

00:04:42: Ich coache meine Spieler dazu, sich Zeit zu nehmen und Zeit zu lassen und so weiter.

00:04:47: Und das machen auch alle in anderen Sportarten.

00:04:50: Basketball.

00:04:52: Da wird nicht immer vorgerannt, um den Ball möglichst schnell in den Korb zu werfen.

00:04:56: Die haben vierundzwanzig Sekunden und die ersten zehn Sekunden werden manchmal dafür aufgewendet, den Ball überhaupt in die gegnerische Spielhälfte zu bringen.

00:05:05: oder der Tennis-Spieler, der trotzdem zum Handtuch geht und sich Zeit lässt, obwohl er nur um die Sekunde hat.

00:05:12: Mach doch Darts auf eine Minute.

00:05:14: Ich glaube, da ist trotzdem genug Spielraum, um das Spiel auch mal langsamer zu gestalten, auch mal Zeit sich zu nehmen.

00:05:24: Und trotzdem kann es aber einen Spieler nicht vollkommen ausreizen.

00:05:30: Das ist das, worum es mir geht.

00:05:34: Ich merke aber an der Szene eine Sache, was wir Menschen ganz, ganz oft, wo wir uns bedroht fühlen, sag ich mal.

00:05:43: Das ist ein mentaler psychologischer Effekt.

00:05:47: Ich habe ja nur angestoßen, ob es eine Veränderung geben sollte.

00:05:51: Ich bin der Letzte, der es fordern kann, glaube ich.

00:05:54: Ich stelle es nur in Frage und habe jetzt euch gefragt, wie ihr das seht.

00:06:04: gleich gibt es aber einige die sich irgendwie angegriffen fühlen und dann wird das ganze auch schnell unsachlich und das finde ich einfach schade und man sieht einfach an der sache.

00:06:12: ich könnte mir eine veränderung gut vorstellen und finde fantasy sinnvoll und dass ich manche jetzt sagen wir mal ins unsachliche oder in die ecke gedrängt fühlen und gleich das andere extrem ricky evans anspringen zeigt einfach nur dass wir alle manchmal angst vor veränderung haben Und das müssen wir aber nicht.

00:06:35: Denn Veränderung ist gut.

00:06:37: Veränderung ist wichtig.

00:06:38: Auch vielleicht mal eine Veränderung hin zu einer falschen Entwicklung.

00:06:43: Und dann kommt man wieder zurück.

00:06:45: Wenn wir das mal ausweiten, ich glaube jeder hat irgendwo in seinem Leben schon mal einen Punkt gestanden, wo sich Dinge verändern mussten.

00:06:54: Und natürlich hat man dann noch Angst.

00:06:56: Das ist einfach ein mental, ein psychologischer Effekt, weil das Gehirn will vorhersagen machen, wie etwas wird.

00:07:03: Wenn sich jetzt etwas verändert, wissen wir natürlich nicht, wie etwas wird.

00:07:08: Aber ohne Veränderung entsteht auch kein Fortschritt und keine Weiterentwicklung.

00:07:12: Und jeder Sport hat sich irgendwann weiterentwickelt.

00:07:15: Im Tennis gab es am Anfang auch nicht einen Shot Clock, auf einmal gibt es eine.

00:07:20: Früher gab es im Tennis, wurde diese Zeit, diese twenty-fünf Sekunden Real gab es zwar, aber es hat keine Zeit eingeblendet.

00:07:27: Mittlerweile gibt es ein Display, kann jeder Spieler sehen, sogar die Zuschauer sehen und alle halten sich dran.

00:07:33: Und der Sport hat nicht gelitten, ganz im Gegenteil.

00:07:35: Das Niveau im Tennis ist immer weiter gestiegen, obwohl es diese Regelung dann auch optisch mit der Shot Clock gab.

00:07:41: Also das einfach nur zu dem Thema.

00:07:44: Ich bin auf der Seite von Manso Sulyowicz.

00:07:47: Er hat in der Situation nichts falsch gemacht und natürlich muss Joe Kallen auf sich gucken.

00:07:51: Und wenn ich ein Spieler, der fünfundachtzig im Average steht, spielt oder was er da gespielt hat, nicht schlage, dann bin ich das Problem und nicht die Zeit.

00:08:02: So, damit Thema abgeschlossen.

00:08:05: Ich glaube ihr versteht mich jetzt.

00:08:08: Sehr gut.

00:08:09: Und... Kommen wir doch damit direkt zu meinem mentalen Moment der neuen Woche.

00:08:16: Und kann ja fast nicht anders sein.

00:08:23: Es gab natürlich wieder viele Momente, aber ein Moment sticht für mich heraus und er wird auch von den Kommentatoren häufiger angesprochen.

00:08:29: Das war die Hundertzwanzig von Gabriel Clemens.

00:08:33: Ende dritter Satz.

00:08:35: Ich glaube er lag null, also ich weiß er lag null zwei Sätze hinten und ich glaube es war auch null zwei in Lex im dritten Satz schon und auf einmal checkt er fast wie aus dem Nichts.

00:08:47: Hundertfünfundzwanzig über Bullseye Single Bull Bullseye und er verliert zwar diesen dritten Satz aber ich weiß nicht wie es euch ging.

00:08:58: ich hatte dann das Gefühl das war der Dosenöffner für sein Spiel.

00:09:01: das war irgendwie so der Moment Wo er selber wahrscheinlich gemerkt hat jetzt geht's los jetzt läuft es funktioniert ja doch denn ich habe bis dahin Ich habe glaube ich irgendwann im zweiten Satz oder so zu meiner frau gesagt ich habe eigentlich ein gutes Gefühl was er da spielt weil das sah gut aus das sah flüssig aus er war mittendrin im Spiel er hat seine chancen auf doppel gehabt dass du jetzt nicht zehn fünfzehn darts auf doppel kriegst wenn du gegen lukham frees spielst.

00:09:29: ja das ist halt die Qualität von lukham frees und Er hat halt diese paar Chancen bis dato nicht genutzt.

00:09:37: Und deswegen war diese Situation, dass er zweimal auch Vollbull trifft, irgendwie wahrscheinlich in seinem Kopf so ein Klick.

00:09:48: Ey, da geht doch was.

00:09:49: Siehst du, du kannst es doch treffen.

00:09:51: Und das kennen wir, glaube ich, alle.

00:09:53: dass wir so einen Schalter im Kopf haben.

00:09:55: Und genau das hat diese Situation gezeigt und deswegen wollte ich diese Situation auch hervorheben in dem mentalen Moment der Woche, weil das genau dieser Schalter ist, von dem wir immer sprechen.

00:10:07: Denn wir wissen alle, wie Gabriel Clemens Jahr lief.

00:10:11: Und gefühlt war der Anfang vom Spiel ein Sinnbild von dem Jahr.

00:10:16: Du spielst gut.

00:10:19: Nicht überragend, aber gut.

00:10:22: Und dein Gegner nimmt alles raus, was vor ihm liegt.

00:10:26: Luke Humphreist hat ja sobald er im Zweidatfinnischbereich war, alles gecheckt.

00:10:29: Und dadurch kriegst du wenig Chancen und wurdest immer bestraft, wenn du selber deine eine oder zwei Chancen nicht genutzt hast.

00:10:37: Was ja menschliches, was vollkommen normal ist.

00:10:39: Und... So war so ein bisschen auch das Ja von Gabriel Clemens.

00:10:44: Viele Chancen gehabt, die liegen gelassen, aber eigentlich nicht schlecht gespielt, weil die Chancen waren ja da.

00:10:51: Und das kennt ihr von euch bestimmt auch, dass ihr Spiele habt, wo ihr denkt, eigentlich bin ich besser oder eben bürtig.

00:11:00: Ich bin voll drin, aber irgendwie verliere ich die Dinger.

00:11:02: Und so bauen sich diese mentalen Blockaden auch auf, weil auf einmal, ohne dass du es willst, gehst du ins nächste Spiel rein und hast vielleicht Unterbewusst zum Gefühl, jetzt geht es schon wieder los.

00:11:15: Jetzt ist es wieder so ein Spiel.

00:11:17: Jetzt fängt es wieder an.

00:11:19: In den ersten beiden Spielen hat Gabriel Clemens... Ja, immer relativ schnell gecheckt und den Gegner eher dafür bestraft.

00:11:26: Da war es genau umgekehrt und deswegen liefen die Spiele auch.

00:11:29: Und da war der Anfang jetzt wieder umgekehrt.

00:11:32: Da hat er ein paar Chancen liegen lassen und wurde direkt bestraft, so wie eben in der Vergangenheit.

00:11:37: Und dann kann ganz schnell sich dieses Unterbewusstsein einschalten und dir suggerieren, alles wie immer.

00:11:45: Und dann braucht es einen Dosenöffner.

00:11:49: Wichtig in solchen Situationen, wenn du das bei dir merkst, ist erstens lenkt dich von diesem Gedanken ab.

00:11:54: Das heißt, halt ein Ritual ein, durchlauf die gleichen Routinen und mach etwas.

00:12:00: Mach irgendetwas, um dich von diesem Gedanken abzulenken.

00:12:04: Weil der Gedanke ist natürlich Gift.

00:12:06: Und jetzt versuch dich davon abzulenken, indem du etwas... kontrollierst, was nur du beeinflussen kannst, an den Darts rumspielen, durchatmen, mal eine Pause am Getränk machen und so weiter.

00:12:18: und dann probierst natürlich immer immer weiter und versuche immer wieder in neutralen Gedanken zu fassen.

00:12:27: Und wenn dann dieser eine Dosenöffner kommt, wo dein Gehirn quasi eine falsche Vorhersage macht, beziehungsweise dein Gehirn, zeigst, halt, es geht doch.

00:12:35: So wie dieses hundertzwanziger Finish.

00:12:38: Das war in der Situation Ja, noch gar nicht so wichtig, weil du lagst ja null zwei im dritten Satz eigentlich hinten.

00:12:45: Aber für den Kopf war es wichtig, weil jetzt auf einmal hat es wie Klick gemacht.

00:12:50: Auf einmal ist der Average gestiegen, auf einmal kam die Trippel noch zuverlässiger, auf einmal wurden die Scorsen noch höher und der Gesamteverage stieg immer weiter.

00:13:01: Von ich glaube da so zweiter Satz, dritter Satz waren wir so bei Anfang neunzig und ihr wisst alle, dass er am Ende bei über hundert stand.

00:13:10: Und Anfang neunzig nicht, glaube ich, war Mitte-Ninzig, weil er war sogar am Anfang immer noch besser vom Average als Luke Humphries.

00:13:17: Aber das kann natürlich auch daran legen, wenn Luke Humphries immer gleich die Chancen rausnimmt, wirfst du selber nicht so viele auf Doppel.

00:13:24: Aber auf jeden Fall der Average stieg weiter, auf bis über hundert, weil dann haben wir einen Aspekt gesehen, Flow.

00:13:34: Das war Flow, was wir da gesehen haben von Gabriel Clemens.

00:13:38: Weil Gabriel Clemens... hat auf einmal schneller gespielt als Luke Humphries.

00:13:44: Ich weiß nicht, ob ich das aufgefallen ist, aber der Ablauf, der Rhythmus von Gabriel Clemens war auf einmal schneller als der von Luke Humphries, obwohl Luke Humphries ja der schnelle Spieler ist.

00:13:54: Und das heißt sowohl die Abläufe, wann er wieder ans Ocke gegangen ist, als auch, wie er die drei Darts geworfen hat.

00:14:03: Wenn der erste erstmal gesteckt hat, dann waren die zweiten und dritten Darts... fast noch ein bisschen schneller geworfen.

00:14:10: Das nennt sich Flow, weil du weißt, jetzt bin ich drin.

00:14:14: Und dann brauchst du kein Absetzen mehr, dann brauchst du kein Zeitnehmen mehr, dann ist wichtig, reite diese Welle.

00:14:21: Aber wie kommt Gabriel Clemens in den Flow?

00:14:24: Nur durch weitermachen.

00:14:26: Nicht durch pausenloses drüber nachdenken und machen und ärgern und lamentieren und so weiter.

00:14:31: Hat sich Gabriel Clemens beschwert innerhalb der ersten drei Sätze?

00:14:35: Nein.

00:14:36: Aber er nimmt diese hundertfünfundzwanzig raus, dreht sich dann auch wahrscheinlich zu seiner Frau und seinem Anhang, gibt da mal die Faust, um sich selber auch zu zeigen, hey, da ist mein Highlight.

00:14:47: Es geht doch, vielleicht geht hier doch was, weil bisher habe ich ja nicht schlecht gespielt.

00:14:52: Und dadurch kam er in den Flow.

00:14:55: Dann war noch auf einmal die ersten gleich im Doppel drin.

00:14:58: Und dann hast du auch gesehen, dass Luke Humphries eine Anspannung hat.

00:15:03: Weil Luke Humphries ist ja der, der dieses Spiel gewinnen.

00:15:06: muss wenn wir von müssen reden wollen wo wir alle sagen der hat eigentlich den druck der ist die nummer zwei der welt von dem wird erwartet dass er gewinnt und da können wir mal die seite umdrehen.

00:15:18: wie viele spieler würden da vielleicht zerbrechen wenn du siehst wow der überpowered mich gerade.

00:15:23: ich bin hier die nummer zwei der welten.

00:15:24: auf einmal kommt einer außerhalb der top vierzig und spielt auf einmal besser als ich.

00:15:31: und diese ist immer wieder lamentieren in der Situation und von Luke Humphries sich immer auch wieder anzeigen.

00:15:38: Ah, der war so knapp nicht im Triple und hier.

00:15:41: Der hat einen sehr negative Mimik und Körpersprache.

00:15:44: Das würde ich euch nicht empfehlen.

00:15:46: Aber Luke Humphries ist Vollprofi und ich habe so das Gefühl, Luke Humphries braucht das.

00:15:50: Weil wenn wir dann sehen, wie ein Luke Humphries dagegen hält, dann wirft ein Gaga eine Hundert-Achzig, eine Hundert-Vierzig oder zwei mal Hundert-Vierzig und Luke Humphries macht halt einfach mit.

00:16:00: Der geht diese Pace mit.

00:16:02: dass Gaga in dem Moment noch besser war, ist einfach Gabriel Clemens zu sprechen, aber wie Luke Humphries da auch dran geblieben ist, war unglaublich.

00:16:12: Dass Luke Humphries dieses Spiel dann doch noch im sechsten Satz gewinnt, das war unglaublich.

00:16:20: Denn ich habe an eure Reaktion auch gemerkt, ihr habt euch alle gefragt, was wäre in einem siebten Satz gewesen?

00:16:27: Und... Fragt euch doch einfach mal selber, wenn ihr aus diesem Spiel selber etwas mitnehmen wollt.

00:16:35: Wer von euch hätte aufgegeben bei Null drei Entsetzen?

00:16:39: Wer von euch hätte aufgegeben an Gabel Klemensstelle?

00:16:42: Zumindest irgendwie so unterbewusst.

00:16:44: Und dann fragt euch, wieso?

00:16:46: Du bist doch noch drin im Spiel.

00:16:47: Warum sollste aufgeben, wenn es noch gar nicht fertig ist?

00:16:51: Und die andere Seite, jetzt seid ihr Luke Humphreys.

00:16:55: Wer hätte Angst bekommen, in wem wer Unruhe entstanden?

00:17:01: Wenn obwohl du eigentlich drei null fürst alles im Griff hast der Gegner weiter macht auf einmal immer besser immer besser wird auf einmal besser wird als ihr Satz.

00:17:09: Satz vier gewinnt Satz fünf gewinnt in Satz sechs auch noch voll dagegen hält und auf einmal diese Die drei Darts zum Satz Ausgleich hat.

00:17:21: wer von euch wäre da ängstlich und unruhig geworden?

00:17:25: und was macht Luke Humphreys?

00:17:27: Ja Gabriel Clemens verpasst die drei Darts die drei set Darts Ärgerlich.

00:17:33: Aber Luke Humphries geht auch hin und nimmt einundachtzig einfach raus mit nur einem Dat auf Doppel und dann auch noch auf Doppel, dreizehn, was du nicht häufig anwürfst.

00:17:43: Das war einfach Wahnsinn.

00:17:44: Also wie die beiden sich hochgeschaukelt haben, fand ich irre.

00:17:49: Aber was einfach wichtig für euch ist, durch dieses Positiv weitermachen, kommst du in den Flow.

00:17:56: Nicht durch drüber nachdenken.

00:17:59: Und so kannst du eine innere Barriere, eine innere Schranke öffnen.

00:18:04: Indem du weitermachst und dran glaubst, dass wenn ein Highlight kommt, dann kann diese Schranke aufgehen, dann kann die Mauer fallen.

00:18:13: Und genau das gleiche sehen wir bei der gesamten WM.

00:18:18: Denn das ist ja irgendwie die WM der Underdog-Siege, habe ich so das Gefühl.

00:18:24: Wer hier alles schon rausgeflogen ist und wer von den Top-Gesetzten hier nach und nach scheitert.

00:18:33: James Hurl mittlerweile draußen, aber hat Bunting geschlagen.

00:18:37: Justin Hood ist noch drin.

00:18:39: Man-B ist noch drin.

00:18:41: So viele Underdogs, die gesetzte Spieler geschlagen haben.

00:18:46: Ich weiß nicht, ob es das überhaupt schon mal bei der WM gab, dass so viele gesetzte Spieler so früh schon ausgeschieden sind.

00:18:53: Und so viele... Junge, aber auch ungesetzte Spieler und Anderdorks weitergekommen sind.

00:19:01: Auf jeden Fall ist es sehr, sehr selten.

00:19:03: Aber warum ist das so?

00:19:04: Auch dafür ist der gleiche Grund.

00:19:07: Der Grund ist Luke Littler.

00:19:09: Warum Luke Littler?

00:19:10: Weil Luke Littler uns allen gezeigt hat, dass es geht.

00:19:16: Dass es geht, als ungesetzter Spieler weitzukommen.

00:19:20: Dass es geht... die namhaften Spieler, die Legenden zu schlagen.

00:19:26: Luke Littler hat uns das gezeigt in den letzten beiden Jahren, dass man hingehen kann und als debutant bis ins Finale kommen kann.

00:19:37: Dass man dann ein unglaubliches Jahr spielt und dann bei der zweiten WM direkt den WM-Titel holt, als siebzehn, sechzehn, achtzehnjähriger, mittlerweile achtzehnjähriger.

00:19:50: Und das hat für ganz viele Barrieren im hat ganz viele Barrieren im Kopf gelöst bei anderen Spielern.

00:19:56: Weil die gesehen haben, hey, es geht ja.

00:19:58: Ich muss ja gar nicht so viel Respekt haben vor den großen Namen.

00:20:04: Sondern ich kann mich auf mich konzentrieren und fokussieren, dass ich das schaffe.

00:20:10: Und das ist das, was im Kopf passiert.

00:20:12: Manchmal muss erst einer kommen, der diese Hürde überspringt.

00:20:17: Und dann fallen bei allen anderen diese mentalen Blockaden auch.

00:20:23: Wichtig ist... Einer muss den Schritt machen.

00:20:26: Vielleicht ja du.

00:20:28: Vielleicht ja du, wenn du an dich glaubst.

00:20:31: Vielleicht ja du, wenn du im nächsten Spiel nicht aufgibst, sondern weitermachst.

00:20:34: Wer weiß?

00:20:35: Wer weiß, was passiert?

00:20:38: Solange du drin bist, sollte das deine Aufgabe sein, das herauszufinden.

00:20:42: Und damit kommen wir zum Thema der Woche.

00:20:46: Und da kommen wir zu einem Spieler, der das, was ich gerade gesagt habe, diesen Legendenstatus... Für sich manchmal ausnutzt und ausnutzen kann und wieder ausgenutzt hat.

00:21:05: MVG.

00:21:07: und warum MVG?

00:21:09: weil MVG hat nach dem Sieg über Arno Merck ein paar seltsame Interviews gegeben.

00:21:19: gute wie ich finde aus mentaler Sicht Dinge von denen man wirklich was lernen kann und aber auch negative Aussagen, wo man sagen kann, muss das sein.

00:21:28: Deswegen auch die Frage an euch, die müsst ihr euch selber mal beantworten.

00:21:35: Was ist das bei MVG?

00:21:36: Ist das Arroganz oder ist das einfach mentale Stärke?

00:21:41: Und schließt das eine, das andere überhaupt aus?

00:21:46: Was ist die große Frage?

00:21:47: Vielleicht brauchen wir so eine gewisse Arroganz, um mental stark zu sein.

00:21:55: Das lassen wir einfach erstmal so wirken.

00:21:57: Und ich erkläre euch, warum.

00:21:59: Er schlägt Arno relativ überzeugend.

00:22:02: Ja, er verliert einen Satz, aber vier zu eins.

00:22:04: Es war eigentlich nie wirklich gefährdet.

00:22:08: Er selber und Arno selber hat auch gesagt, das ist schon eine aurahne Präsenz, die da ist.

00:22:15: Und Arno hat gesagt, ja, wenn da so ein MVG sich pusht, dann ist es doch was anderes, wie ein anderer Spieler.

00:22:21: Das ist einfach, du weißt einfach, wer da steht.

00:22:24: Mit wieviel Titeln, WM Titeln und so weiter.

00:22:28: Und wir reden immer über Luke und Luke als Favoriten.

00:22:33: Aber du zählst immer in einem weiterten Favoritenkreis MVG dazu, egal in welcher Form er gerade ist.

00:22:39: Und das ist diese Aura, dass du weißt, der kann Spiele auch gewinnen, einfach nur mit seiner Aura.

00:22:46: Und selbst MVG sagt neuer, der war wohl ein bisschen zu beeindruckt von mir.

00:22:52: Er sagt auch, dass das kein Wettbewerb, kein Contest war.

00:22:57: gegen Arno zu spielen.

00:22:58: Das sind Aussagen, wo ich sage, ey, das kannst du lassen.

00:23:02: Was soll das?

00:23:02: Das bringt keinen weiter.

00:23:04: Du hast eh gewonnen, du brauchst jetzt nicht noch einen schlechter Reden, wenn du eh gewonnen hast und das Spiel vorbei ist, zumal Arno debattant war, also, äh, ja.

00:23:15: Also, da bin ich auch, muss ich sagen, MVG muss nicht sein, ja.

00:23:21: Ich weiß aber auch, ähm, von anderen Spielern, dass MVG wenn Kameras aus sind, zu Spielern ganz anders sein kann, auch nett sein kann, auch hilfsbereit sein kann.

00:23:34: Und der hat dann noch ein Interview gegeben, was ich auf Social Media gesehen habe, in der Pressekonferenz und da muss ich sagen, da sind ein paar Sätze gefallen, die fand ich gut und das habe ich auch in meine Story gepostet, weil ich sagen muss, da muss ich einfach sagen, danke, dass du das einmal so benannt hast und Da ging es um eine Frage von einem deutschen Reporter, glaube ich, dass er Michael von Gerven gefragt hat.

00:24:07: Die deutschen Spieler empfinden immer so viel Druck von den Medien und wie er das sieht.

00:24:15: Und er hat erst mitten in der Frage schon angefangen zu lächeln und gesagt, willkommen in meiner Welt, weil Dadurch dass du MVG egal in welcher Formel ist, egal ob er eine Kiefer OP hatte oder nicht, zählst du ihn ja immer mit zum Turniersieger, Turnierfavoritenkreis.

00:24:33: Das heißt, wir laden ja immer irgendwie einen gewissen Druck auf MVG auf.

00:24:37: Wir sagen, der Junge kommt weit.

00:24:40: Und wir wissen aber auch, wie die Karriere von Michael von Gerben verlaufen ist und wie er jetzt immer noch zu dem Favoritenkreis steht.

00:24:49: Und so steht, sagt er danach auch, dass das Qual nicht verstehen kann, dass die Deutschen sich beschweren über den Druck, den sie von dem Medien bekommen.

00:25:00: Sie sollen lieber dankbar dafür sein, weil das ja bedeutet, dass die Spieler offensichtlich etwas richtig machen.

00:25:09: Wenn du nämlich nicht von dem Medien beachtet wirst, die du keine Interviewtermine hast, weil sich die Medien nicht für dich interessieren, dann machst du ja offensichtlich auch was falsch, weil dann geht ja keiner davon aus, dass du irgendwas kannst oder dass du weit kommst.

00:25:23: Und das klingt erstmal wie eine harte Aussage.

00:25:25: Und natürlich klingt das auch wieder wie ein stückweit arrogante Aussage, dass er sagt ja willkommen in meiner Welt, ich krieg immer Druck und kann es ja.

00:25:35: Und natürlich ist das immer individuell und wir haben ja auch schon gesehen, dass andere Spieler gerade auch jetzt bei der WM an diesem Druck auch gescheitert sind und ich will das gar nicht infrage stellen, dass der Druck da ist.

00:25:47: Ich habe aber auch schon erzählt, dass Druck immer eine entsteht durch meine eigene Bewertung.

00:25:55: Und MVG empfindet das halt nicht als Druck, dass die Medien zu ihm sagen, ähm, bist du wieder Favorit, du musst das Spiel gewinnen, wie gehst du in das Spiel rein gegen den Underdog, sondern er sagt, ja, du hast recht, ich gewinne.

00:26:10: Na, heißt, er setzt die Bewertung dieser Situation ja ganz anders, weil er geht selbst davon aus, dass er der Spieler ist, der zu schlagen ist.

00:26:18: Dass er, wenn er sein Spiel abruft, eh von keinem geschlagen werden kann.

00:26:23: Das bedeutet, er empfindet diesen Druck, der von den Medien kommt, nicht als Druck, sondern als Dankeschön für die Aufmerksamkeit.

00:26:33: Und vielleicht ist das etwas, was wir uns davon abschauen können, wo wir uns eine Scheibe abschneiden können.

00:26:42: Wo wir vielleicht unsere Bewertung mal anders setzen können.

00:26:47: Und ich kann euch einen Beleg zeigen oder einen... wie soll ich es sagen?

00:26:56: Ein Zitat geben, das im Stadion von den US Open steht.

00:27:03: Größtes Tennis Stadion der Welt.

00:27:05: Die Spieler gehen durch die Katterkommen, kommen auf den Platz und laufen an einem Spruch vorbei.

00:27:11: Und dieser Spruch heißt, Druck ist ein Privileg.

00:27:15: Das heißt, du gehst auf den Platz und kriegst einmal diese positive Bewertung von Druck.

00:27:22: Druck ist ein Privileg.

00:27:25: Das heißt, diesen Druck hast du.

00:27:29: die er arbeitet.

00:27:32: Und das ist doch eigentlich richtig, oder?

00:27:37: Wenn wir mal so drüber nachdenken, wenn mir von außen Druck auferlegt wird, dann bedeutet das doch, dass ich Dinge richtig gemacht habe.

00:27:48: Dann bedeutet das doch, dass ich offensichtlich schon Spiele gewonnen habe, dass ich schon gute Leistungen gezeigt habe.

00:27:54: Dann würde bei mir jemanden Druck auflegen, wenn ich schlecht spiele, wenn ich gerade nicht in Form bin.

00:28:06: So, das ist vielleicht das, was wir für uns als Spieler rausnehmen können.

00:28:11: Die Medien können wir nicht beeinflussen.

00:28:13: Das ist mit Sicherheit auch Teil des Jobs der Medien, danach zu fragen, da in die Analyse zu gehen, zu sagen, ey, du hast ein gutes Jahr gespielt, das müsste deine WM werden.

00:28:27: Das ist ja die Aufgabe, das wollen wir als Zuschauer von den Medien ja auch haben, dass die uns eine Einschätzung geben, wer ist gut, wer ist gerade oben auf und wer vielleicht nicht.

00:28:37: Und der Spieler kann das ja nicht beeinflussen.

00:28:41: Der Spieler kann aber beeinflussen zu sagen, stimmt, du hast recht.

00:28:45: Ich bin gerade gut drauf.

00:28:47: Und das habe ich mir verdient.

00:28:50: Dass du so positiv über mich redest, dass du davon ausgehst, dass ich jetzt diese Runde gewinne.

00:28:58: Das habe ich mir verdient.

00:28:59: In die Position habe ich mich gespielt.

00:29:01: Und ist das nicht das, was wir wollen?

00:29:05: Wollen wir nicht, wenn wir... Profi werden wollen, wenn wir ein Turnier gewinnen wollen, wollen wir dann nicht genau diesen Punkt haben, dass die Leute auf uns aufmerksam werden, dass die Leute uns sehen.

00:29:22: Das heißt, wenn du Druck empfindest, dann versuch doch mal diese positive Seite zu sehen, dass dieser Druck ja nur da ist, weil du gut bist, dass der Druck nur da ist, weil du gerade gut spielst.

00:29:38: Das ist das, was dieser Druck von außen, was diesen Druck von außen angeht.

00:29:41: Und dann hat MVG noch etwas gesagt und das ist, wie wir manchmal Druck uns selber machen.

00:29:48: Nämlich, er wurde auch gefragt, ob er von Arno Merck im Vorfeld beeindruckt war, dass er als Debutant hierher kam und Peter Wright geschlagen hat und überhaupt in der dritten Runde jetzt stand.

00:30:00: Und da hat er auch gesagt, beeindruckt, nee, beeindruckt war ich nicht, ja, ich hab... Mitgekriegt, dass er die Super League gewonnen hat.

00:30:08: Okay, super.

00:30:10: Aber warum soll ich beeindruckt sein?

00:30:12: Auch das könnte man wieder sagen, hey, ist doch super arrogant, wie redet der über Arno Merck.

00:30:17: Aber MVG hat in seiner Karriere schon so viele Spieler kommen und gehen sehen, dass der sich nicht jeden einzelnen Namen merkt.

00:30:27: Merkt, Achtung, Wortwitz, ist doch auch klar.

00:30:31: und sich nicht mit jedem Namen vielleicht bis ins kleinste Detail auseinandersetzt.

00:30:36: Warum?

00:30:36: Weil Darts ist ja ein Spiel, wo es auf mich ankommt.

00:30:39: Und das ist das, was er ja dadurch sagt.

00:30:41: Er hat gesagt, beeindruckt sein bedeutet ja immer, dass ich ein Stück weit Angst habe.

00:30:46: Dass ich, wenn ich beeindruckt von jemandem bin, von meinem Gegner bin, dann heißt das, ich habe das Gefühl, der könnte besser sein als ich.

00:30:55: Und diesen Gedanken lässt MVG einfach gar nicht in seinen Kopf rein.

00:31:00: Natürlich wirkt das im ersten Moment arrogant, aber das sorgt bei MVG dafür, dass er auf die Bühne geht und Arno einfach überfährt.

00:31:11: Auf gut Deutsch gesagt.

00:31:12: Ja, er verliert mal einen Satz, danach gewinnt er halt wieder zwei.

00:31:17: Also es war nie für ihn gefährdet.

00:31:19: Warum?

00:31:20: Weil er nicht beeindruckt ist.

00:31:21: Er hat trotzdem den nötigen Respekt.

00:31:24: Das würde ich glaube ich schon sagen.

00:31:26: Es ist ein Unterschied, ob ich beeindruckt bin oder Respekt vor jemandem habe.

00:31:31: Und da müssen wir eben auch die Grenze ziehen.

00:31:34: Das heißt, du musst aufpassen, dass du nicht zu beeindruckt von deinem Gegner bist.

00:31:41: Weil das bedeutet immer, dass du ein Stück weit Angst davor hast, was von ihm kommen könnte.

00:31:47: Und das ist das, was MVG prägt, was MVG nach außen verkörpert.

00:31:54: Er ist nicht beeindruckt von dir.

00:31:58: Und schon gar nicht im Vorfeld.

00:32:00: Denn er will gar nicht in seinen Kopf lassen.

00:32:03: Es ist ja sein Job, das nächste Spiel zu gewinnen.

00:32:06: Und da darf er auf keinen Fall mit irgendeiner Angst reingehen.

00:32:08: Also lässt er sich gar nicht erst beeindrucken, guckt vielleicht gar nicht nach, was Arno Merck überhaupt vorher gespielt hat, sondern er geht rauf auf die Bühne und sagt, wenn ich mein Spiel abrufe, schlägt er mich nicht.

00:32:21: Und das ist die Marschröde, die du brauchst.

00:32:23: Das ist die Marschröde zu mentaler Stärke.

00:32:26: dich im Darts gar nicht zu viel mit deinem Gegner auseinander zu setzen.

00:32:31: Ein bisschen natürlich schon, dass du ungefähr weißt was kommt da auf dich zu, aber auf keinen Fall so sagen, boah, ist der krass, ey, da muss ich echt aufpassen.

00:32:40: Weil dann hast du ein Problem, dann machst du dich abhängig von deinem Gegner.

00:32:44: Und deswegen Ja, im VG ist schon ein Stück weit arrogant, aber ich glaube diese Arroganz hilft ihm in vielen Fällen genau auch diese mentale Stärke nach außen zu bringen und am Ende ist es sein Job, da oben die Spiele zu gewinnen und das macht er.

00:33:00: Er schießt manchmal über das Ziel hinaus und wir müssen aber aufpassen, dass wir deswegen nicht jede Aussage als dumm und sinnlos achten.

00:33:13: Das machen wir aber ganz häufig.

00:33:14: Das ist auch etwas, was ich gelernt habe.

00:33:17: Dass ich, wenn ich jemanden nicht mochte als Spieler, dann gar nichts mehr von dem Spieler mochte, weil ich alles über Ardesian Deb bewertet habe.

00:33:30: Und das ist aber falsch.

00:33:32: Ich war auch nie ein großer Fan von Novak Djokovic und fand dann irgendwann alles doof, was der gemacht hat.

00:33:39: Bis ich irgendwann auch durch die mentale Ausbildung gelernt habe, nur weil ich das und das und das von ihm nicht gut finde, heißt das nicht, dass der andere Dinge aber gut und richtig macht, die man sich abschauen kann.

00:33:55: Das wäre das, dass ihr so eine selektive Wahrnehmung entwickelt für diese Sachen, dass ihr sagt, okay, nee, das ist drüber.

00:34:03: Da jemanden schlechter zu machen, als er ist, das ist unnötig.

00:34:09: Aber die Herangehensweise, wie er in ein Spiel reingeht, wie er Dinge sieht und wie er mit Druck umgeht, das ist etwas, was ich mir wiederum abgucken kann.

00:34:20: Und das ist übrigens auch etwas, gerade wenn es um diesen Druck vor den Medien angeht, was Luke Littler so stark macht.

00:34:28: Und das ist auch etwas, wo man vielleicht sagen kann, okay, damit müssen vielleicht die deutschen Spieler, weiß ich nicht, kann ich nicht beurteilen, noch umgehen müssen, umgehen lernen müssen, besser machen können.

00:34:44: vielleicht, dieser Umgang mit den Medien, professionelle mit den Medien.

00:34:50: einen Luke Littler, der steht da mit seinen achtzehn Jahren und der ist einfach ein Vollprofi.

00:34:59: Aber ich glaube auch, weil er ein Team um sich herum hat, dass dafür sorgt, dass er der Vollprofi ist.

00:35:04: Der ist im Brief, das hat er auch gelernt und dass er genau weiß, was er in so einer Pressekonferenz sagt.

00:35:13: Und ja, manchmal schießt auch er übers Ziel hinaus, indem er sagt, die deutschen Fans sind doof und so weiter.

00:35:20: Gestern gestern erst die fans boon ihn aus und danach gibt am interview ihr bezahlt für das ticket.

00:35:27: danke dass ihr mich ausboot weil mich motiviert das nur eher und am ende bezahlt ihr über euer ticket mein preisgeld.

00:35:34: das ist eine aussage die polarisiert schon.

00:35:37: ob du dir damit mehr fans machst ist die frage da muss man sagen schwierig.

00:35:43: so lang eher hundert sechser evolution durchspielt macht er nix falsch was sein spiel angeht.

00:35:51: Das müssen wir jetzt nicht gut finden, wie er damit umgeht.

00:35:55: Aber solange es sein Spiel eher pusht, macht er für sich ja eigentlich relativ viel richtig.

00:36:04: Und das bedeutet für uns vielleicht, war Luke Littler nach seinem Spiel bei diesem Interview arrogant?

00:36:16: Ja, vielleicht.

00:36:18: Hatte das Spiel aber gewonnen, weil er während dem Spiel sich eher von den Berufen hat, Puschen lassen, als ich runterziehen lassen.

00:36:26: Ja, spielt er schon wieder ein hundert plus average?

00:36:31: Ja.

00:36:32: Ist das am Ende einfach stark und auch mental stark, wie er damit umgeht?

00:36:36: Ja.

00:36:38: Das bedeutet vielleicht, wir brauchen eine gewisse Arroganz, um uns auf uns selbst fokussieren zu können.

00:36:47: Um uns auf unser eigenes Spiel zu fokussieren, wenn es losgeht oder läuft.

00:36:57: Denk einfach mal darüber nach.

00:36:59: Vielleicht gehörten gewisses maß an Arroganz dazu, um mental stark zu sein.

00:37:09: Kommen wir am Ende noch zu einem Takeaway.

00:37:11: Und ich habe gesagt, drzeißigster Dezember nehme ich auf.

00:37:14: Die Folge kommt raus an Silvester.

00:37:17: Also kriegt ihr heute einen Takeaway zu eurem Jahresabschluss.

00:37:22: Und zwar möchte ich euch etwas mitgeben, damit ihr Altlasten im alten Jahr lassen könnt.

00:37:30: und mental stark ins neue Jahr starten könnte.

00:37:32: Und dafür habe ich eine Übung für euch.

00:37:35: Und zwar, wir alle tragen oft Dinge mit uns rum, negative Erlebnisse, Niederlagen, was auch immer, die aber eigentlich vergangen sind, die wir nicht mehr ändern können.

00:37:45: Das heißt, überlegte doch jetzt einfach einmal, welche Niederlage hängt mir noch nach?

00:37:50: Vielleicht sind es auch zwei oder drei.

00:37:52: An welche Niederlage, an welches Spiel denke ich immer noch zurück, obwohl es schon längst vorbei ist.

00:37:56: Und dann spüre nochmal dieses Gefühl.

00:38:00: Mache am besten die Augen zu.

00:38:02: Spüre in dich rein und spüre diese Situation nochmal.

00:38:05: Fährst du da vielleicht falsch gemacht hast oder wie der Gegner damit hier umgegangen ist, was auch immer da passiert ist.

00:38:12: Spüre nochmal rein.

00:38:13: Kämpfe gar nicht dagegen an.

00:38:16: Dann spüre ein.

00:38:17: Wie hat sich das angefühlt?

00:38:20: Und jetzt nimmst du drei tiefe Atemzüge durch die Nase ein und durch den Mund aus.

00:38:26: Und jedes Mal, wenn du durch den Mund ausatmest, sagst du dir die Worte, ich lasse los und starte neu.

00:38:34: Bei jedem dieser Ausatmung sagst du, ich lasse los und starte neu.

00:38:41: Und so lässt du diese negative Emotionen, diese negativen Erfahrungen los und kannst neu.

00:38:50: in das Jahr starten.

00:38:52: Denn Gabriel Clemens hat uns eine Sache gezeigt.

00:38:57: Du kannst gewinnen, obwohl du eigentlich verloren hast.

00:39:01: Und deswegen denkt, zwanzig, sechsundzwanzig einfach daran.

00:39:05: Wer kämpft, der kann verlieren.

00:39:07: Aber wer nicht kämpft, der hat schon verloren.

00:39:11: In diesem Sinne.

00:39:12: Ich wünsche euch einen guten Rutsch und wir sehen und hören uns.

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